"und der Zauber seiner eleganten Sprache, die noch die vulgärsten Einzelheiten leiblicher Existenz mit Glanz zu überziehen verstand, verwandelte diesen doch eher peinlichen Einblick in private Nöte zu großer Literatur."
schreibt Michael Naumann in seinem Zeit-Nachruf. Das bringt mein Problem mit Updike gut auf den Punkt. Als wäre die Produktion eines Glanzüberzugs schon Literatur, große gar. Ich finde das Missverhältnis von Aufwand und Gegenstand in seinen Büchern eher anstrengend. Und es stimmt schon: Updike ist eine irgendwie gar nicht zu stoppende Brillanzmaschine, die einem aber immer wieder deutlich macht, dass Brillanz auf Dauer und wenn sie leer läuft, ganz schön geschwätzig wirken kann.
Mit Rabbit Angstrom jedenfalls und mir war von Anfang an nichts zu wollen. Dafür erinnere ich mich, dass ich auf einer Schulfahrt nach Griechenland einst "Roger's Version" gelesen habe, das hässlich lilane, ganz zerfallene Exemplar steht noch im Regal, mit Kaufdatum (1.VI.1988, so prätentiös hab ich das geschrieben, tja) und mit einer eingeklebten Zeitungskritik aus den "Nürnberger Nachrichten" (die aber in meiner Heimatstadt "Fränkische Landeszeitung" heißen) von Walter Gallasch, der den Roman nicht mochte. Ich war irgendwie beeindruckt, es ging um Kirchenväter und Ehebruch, Gott und Sex und das ständig durcheinander. Durcheinander wie ich selber war, damals (kein Gott, kein Sex), passte mir das ganz gut in den Kram, glaube ich. Ist aber lange her. Sehr viel später las ich dann auf Empfehlung eines Lesers oder einer Leserin dieses Blogs seine Hamlet-Variation. Die fand ich ganz erstaunlich gut.