Heinz Bude klärt uns und die Sozialdemokratie heute in der SZ darüber auf, dass es sich nun gefälligst haben soll mit großen Gedanken, gar Utopien, all das ist nichts als Besserwisserei. Gebraucht wird stattdessen die Fähigkeit, das als eigene Leistung schönzureden, was ohnehin passiert, die rasche Mobilisierung von Krisen-Reaktions-Kräften, die Akzeptanz der eigenen Marginalität im Gesellschaftsganzen. Neu definieren will Deutschlands Obersoziologe - und für den "gesellschaftstheoretisch informierten Leser" versteht sich das ohnehin von selbst - die soziale Frage, mit dem Begriff "Exklusionsvermeidung" bemäntelt er, worauf er durch die mit so viel Schwung eingetretenen offenen Türen hinaus will: auf den Zwang zum Kommunitären nämlich, wie ihn der von Bude so sehr geschätzte Tony Blair vorexerziert. Am schlimmsten ist dabei der blasierte Ton, der alles, was, mit guten, sei's mit nicht so guten Gründen, anderer Ansicht ist, für geistig verrentet erklärt. Ganz schön ekelhaft, das.
online for 8742 Days last updated: 26.06.12, 16:35