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Dienstag, 30. September 2003
Gedanken zu "24"
knoerer
09:29h
24 erfüllt nur die Fiktion aller narrativen Normal-Fiktion: dass alles Wichtige erzählt wird. Die Fiktion der Lückenlosigkeit mit Werbepausen tut da wenig zur Sache. 24 hat keine einzige neue Idee. Schon die Kombination von Realzeit, Familienentführung und Attentat ist von John Badhams „Gegen die Zeit“ geklaut. Der Split Screen ist eine Mischung aus filmischer Telefon-Konvention und vielleicht ein paar auf seltsamen Wegen von Figgis‘ „Timecode“ zu Fox geratenen Avantgarde-Vibes. 24 ist von unverschämter Misogynie. Die Stärke der Frau liegt im Opfer für eigen Fleisch und Blut und wenn’s Ernst wird, wirft sie ihr Gedächtnis von sich. Palmers Gattin ist die nur schwarz angestrichene Verkörperung von Hillaryphobia. Und die einzige umwerfende Frau ist am Ende Agentin im Auftrag der Deutschen. 24 ist der halb gelungene Versuch, nichts zu sein als zu purer Spannung recycelte Form aus Klischees. Alles, was noch Rest von Moral und Verteidigung von Vaterland und anderen Werten ist, müsste weg. Der ganze Familien-Scheiß, dieser schwarze Heilige. Nur noch der Rhythmus steigender, sich lösender Spannungen, ein Auf- und Abbranden des Fieberns mit der reinen Narration. [s. auch Kutter]
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last updated: 26.06.12, 16:35 furl
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