Blind Date, gestern abend, ZDF, kurioses Format. Eine Stunde lang improvisieren Olli Dittrich und Anke Engelke eine Alltagsszene, Mann fährt mit Taxi zur Testamentseröffnung. Das ganze will gar nicht auf Ulk und Klamauk hinaus, will die Figuren, Uwe Ackermann und die ruhige Ruth, kaum karikieren, schon gar nicht denunzieren. Zwar nerven sie, aber immer wieder erstaunlich subtil geht es um ihre Verletzungen, um eine Annäherung der beiden, am Ende schenkt sie ihm, das ist ziemlich anrührend, eine Mandarine. Anders als man vermuten könnte, zielen sie nicht auf die Komik der Situation, nicht aufs geistreiche Impromptu, Engelke und Dittrich bleiben ihren Figuren treu, modellieren mit einiger Liebe an ihnen herum, überziehen aber (fast) nie, nur um, etwa, einen Gag zu erhaschen. Ein bisschen mehr absurdistischer Wagemut wäre nicht schlecht gewesen, aber eine Fortsetzung scheint geplant, in anderer Konstellation, werde ich mir wieder ansehen.
online for 8742 Days last updated: 26.06.12, 16:35