Gestern im Arsenal ein kleiner, großer Film über einen, der fast zum Helden taugt: the asshole from El Paso, Kinky Friedman, jüdischer Countrysänger aus dem Herzen von Texas, dessen größter Hit in den 70er Jahren den schönen Titel "They ain't making Jews like Jesus any more" trug. Geschätzt, verehrt, geliebt wurde und wird er von Brüdern im Geiste wie Willie Nelson oder Lyle Lovett, zu transkontinentaler Beliebtheit gelangte er mit seinen Krimis, die er zu schreiben anfing, als es mit der Musik nichts mehr war. Die sind witzig und böse, das alles in wunderbaren Formulierungen, und hinter der Komik schlägt ein kämpferisches Herz, links natürlich. Kinky Friedman ist kein bisschen versöhnbar mit dem, was ihm stinkt auf der Welt, spießige Feministinnen und Leute, die ihn von der Bühne vertreiben, sind da noch die kleineren Übel (überhaupt muss man immer mal wieder an Wiglaf Droste denken, wenn man Friedman so sieht und wie es ihm ergeht). Gemacht hat den Film eine holländische Dokumentarfilmerin, sie hat sogar Bill Clinton, einen von Friedmans größten Fans, nach langem Kampf vor die Kamera gekriegt, wo er die Geschichte mit der Zigarre erzählt (nein, die andere Geschichte, die davon handelt, dass Kinky Friedman ihm vor geladenen Gästen eine kubanische Zigarre überreichte, mit den Worten: "don't think of it as supporting their economy; think of it as burning their fields"). Selten geht einem das Herz so auf, im Kino und sonstwo, einfach weil Kinky Friedman großartig ist, weil der Film das zeigt, ohne in falsche Heldenverehrung auszuarten.
online for 8742 Days last updated: 26.06.12, 16:35