Der künftige Beirat des Suhrkamp-Verlags setzt sich zusammen aus: Hans Magnus Enzensberger, Alexander Kluge, Jürgen Habermas, Adolf Muschg und Wolf Singer. Na, das steht man entschieden für Kontinuität, anscheinend hat Suhrkamp die Ambition, die ZEIT unter den Verlagen zu werden. Ach so, ist man ja schon.
Mal ehrlich: wen interessiert das eigentlich, diese Walser-Reich-Ranicki-Geschichte. Das Feuilleton, klar, das endlich mal wieder Gelegenheit bekommt, sich um sich selbst zu drehen. Aber wie relevant ist irgendwas daran: Walsers Hass ist unermesslich und vieles an dem Buch klingt unsäglich, na und. Ist doch nur der Walser. Es geht hier nicht wirklich um Politik oder Antisemitismus - interessant ist höchstens das "Dilemma", dass man Reich-Ranicki vielleicht nicht so gründlich hassen kann wie Walser das tut, ohne auch den Juden in ihm zu hassen. Dass Walser sich das öffentlich erlaubt, spricht, wie so manches, gegen ihn, aber repräsentiert sich eine neue Gesellschaftsfähigkeit des Antisemitismus darin? Nichts scheint mir dafür zu sprechen. Und das Diskussionsniveau (hat er, hat er nicht) ist doch eher BILD für Bildungsbürger: das Antisemitismus-Luder. Nicht mehr als eine durch und durch unappetitliche Sache.