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Samstag, 14. Mai 2005
walter böhlich
knoerer
14:17h
Es ist doch eigentlich sehr ungerecht, dachte ich gerade, dass ein kleiner Wendewicht wie Enzensberger so berühmt ist, während, das war der wichtigere Teil des Gedankens, Walter Böhlich so schmählich vergessen scheint. War als Lektor und Übersetzer in Nachkriegsdeutschland bedeutend, hat später Rowohlt Jahrhundert herausgegeben, natürlich nicht so hübschhübsch und oberstudienratsregaltauglich wie die Andere Bibliothek, aber doch wagemutiger und mit den wichtigeren Texten. Und dann immer in der Titanic, als alter Kämpe, irgendwie hat das nie jemanden wirklich interessiert, oder? Es war aber meistens gar nicht dumm, glaube ich mich zu erinnern, aufrecht und wenig geschmeidig in ideologischer Hinsicht. Heute aber kräht kein Hahn mehr nach Böhlich. Jahrgang 1921, lebt noch, mehr weiß ich auch nicht. Sollte man vielleicht mehr wissen wollen. (Und was immer ich von Enzensberger in die Finger kriege, Neuestes, Ältestes, Lyrisches, Essayistisches: nichts davon taugt wirklich was. Oder übertreibe ich?) ... Link
desperado
knoerer
12:27h
Im Zug - immer sehe ich Filme jetzt im Zug - hintereinander "El Mariachi" und "Desperado" von Robert Rodriguez. Letzterer ist so richtig schlecht. Wenn auch auf hohem Niveau. Wie eine CD, die man einlegt, um die Anlage zu testen, damit die zeigt, was sie kann. Rodriguez will hier ganz doll zeigen, was er kann und für wenig Geld und im Kommentartrack - immer höre ich mir jetzt diese Kommentartracks an - macht er gar kein Geheimnis daraus, dass er beweisen wollte, für wie wenig Geld er einen Film machen kann, der teuer aussieht. Ja, er sieht teuer aus und hat nur sieben Millionen gekostet. Besonders stolz ist er auf die Blutpistole, besser und billiger als alle Sprengkapseln. Leider musste das meiste Blut hinterher wieder rausgeschnitten werden. Schlecht ist der Film, auf hohem Niveau, weil er so erzählt ist, dass man in jeder Sekunde merkt, Rodriguez hätte genauso gut auch etwas anderes erzählen können. Oder gar nichts. Vielleicht will er ein andermal ja auch nur beweisen, dass er 12 Bälle gleichzeitig in der Luft halten kann. "Desperado" ist so schlecht, weil er bar jeden Geheimnisses ist. Und stolz darauf. Alles, was er zu zeigen hat, zeigt er und Schluss. Er ist das Gegenteil von prätentiös. Präsentiös, vielleicht könnte man das sagen. Versessen aufs Präsentieren von Dingen, die er kann ohne zu wissen, warum man sie können sollte. Wie ein kleiner Junge erklärt Rodriguez auf dem Kommentartrack - immer höre ich jetzt diese Kommentartracks -, dass er im Schnitt 55 Einstellungen am Tag schafft, wo andere doch nur 12 oder so schaffen. Er vergisst aber zu erklären, wozu diese 55 Einstellungen nun gut sind. Nein, stimmt nicht, er erklärt das sogar: Sieht teurer aus, sagt er. Im Ernst jetzt. Der meint das so. ... Link
cahiers
knoerer
09:32h
Erst für Mai, jetzt für Juni angekündigt: Der neue Internetauftritt der Cahiers du Cinéma. Wenn ich recht verstehe, wollen sie die Inhalte sämtlicher Hefte seit 1951 ins Netz stellen. Ob gegen Gebühr oder umsonst, ist noch nicht zu erfahren. Es wäre in jedem Fall grandios. Ich bin gespannt, nach all den Pannen und raschen Rückzügen nach vorsichtigen Vorstößen, die es bisher gab. (Und, ja, auf dem jüngsten Cover ist Sharon Stone. Wird wohl in Zukunft, ähnlich wie beim Film Comment, so sein, dass man sich vom Cover nicht irritieren lassen darf. Beide kämpfen, wenn ich das richtig sehe, gegen Popularisierungsansinnen von geldgebender Seite. Sehr geärgert habe ich mich neulich, das nur nebenbei, dass Michael Althen die derzeitigen Cahiers als "verstiegen" kritisiert hat. Als wären sie nicht genau dafür zu loben und zu preisen in Zeiten wie diesen.) ... Link |
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last updated: 26.06.12, 16:35 furl
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gottesprogramm "und der Zauber seiner
eleganten Sprache, die noch die vulgärsten Einzelheiten leiblicher Existenz mit...
by knoerer (28.01.09, 11:57)
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