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Mittwoch, 1. März 2006
loslassen
knoerer
20:20h
Das Wasser, das hier aus der Leitung kommt, schmeckt wie das Wasser im Aquarium, das in meiner Kindheit und Jugend in meinem Zimmer stand. Jetzt fragen Sie sich, woher ich weiß, wie das Wasser im Aquarium schmeckte. Manchmal musste das Wasser ausgetauscht werden; zum Abpumpen gab es einen Schlauch, dessen eines Ende im Wasser hing, dessen anderes Ende in einen Eimer auf dem Boden führte. Die Schwerkraft erledigte den Rest. Fast. Erst musste man nämlich ansaugen. Meine Mutter meinte immer, ich könne das besser als sie. Heute frage ich mich, ob das ein Trick war. Das Loslassen ist dabei eine Sache des Timings. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich darin besonders gut gewesen bin. Die Sache mit dem Schlauch habe ich vor ein paar Tagen in Tommy Lee Jones' Film "The Three Burials of Melquiades Estrada" gesehen. Der Mann, der Melquiades Estrada getötet hat, muss da eine Flüssigkeit ansaugen, die dann über der Leiche Estradas ausgegossen wird. So besonders gut ist der Film nicht. ... Link
koreanisch
knoerer
00:15h
Es faellt mir schwer, ein Gefuehl fuer die Stadt zu bekommen: fuer ihre Ausmasse; dafuer, wie die Dinge zusammenhaengen. Natuerlich ruehrt es auch daher, dass sie, sobald man sich von ihrem Kern entfernt, fuer Autos gemacht ist, nicht fuer Fahrraeder. Gestern bin ich nach Norden geradelt, zur Highland Mall, dann weiter, bis etwa zur 68. Strasse. Sehr weit ist das immer noch nicht, aber nie begegnet man einem Fussgaenger, keinem jedenfalls, der nicht gerade zu seinem Auto unterwegs waere. Und unversehens stoesst man auf grosse Strassen, die man nicht queren kann; daneben dann einer dieser grossen Parkplaetze mit Anschluss an aus dem Boden gestampfte Geschaefte. Immer der Eindruck, die Parkplaetze seien zuerst dagewesen. Nachmittags am Wochentag sind sie leer, ich komme mir mit dem Rad vor wie auf einer weiten Eisflaeche, die mir nicht sagt, wo hier links und rechts, vor allem, wo mein Weg ist. Mein Weg ist hier gar nicht. Es sind Autowege - und dann findet sich vor dem einen oder anderen Laden doch wieder die Moeglichkeit, das Fahrrad anzuschliessen. Einsam steht es dann da und ich betrete den grossen, kaum besuchten Laden. In New York, nur zum Beispiel, gibt es spanische Viertel mit spanischen Geschaeften, chinesische Viertel mit chinesischen Geschaeften. Hier aber treffe ich auf Hoehe ungefaehr der 68. Strasse auf zwei ziemlich grosse Supermaerkte, fast nebeneinander, mit asiatischen, vor allem koreanischen Waren. Ich verstehe das nicht. Niemand wohnt hier, auch keine Koreaner. Sie fahren mit dem Auto von da, wo sie wohnen, hierher. Es kann eine halbe Stunde dauern, nehme ich an. Und sie essen auch da, denn gleich nebenan sind unscheinbare koreanische Restaurants, Kantinen eher, ein ppar verstreute Koreaner sitzen an Tischen und essen mit Staebchen. In einem der Supermaerkte leihen sie dann eine der vielen hundert Videokassetten aus, die es hier zu leihen gibt, mit koreanischen Filmen. Ich flaniere an dieser Wand entlang und kann natuerlich nichts lesen. Das ist nicht fuer mich. In den Kuehlregalen stehen einen halben Meter hohe Schraubglaeser mit Kimchi. Ich verlasse den Laden und habe nichts gekauft. Draussen scheint die Sonne auf den fast voellig menschenleeren Parkplatz. Mit dem Fahrrad radle ich zurueck zum Apartment in der 32. Strasse. ... Link |
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last updated: 26.06.12, 16:35 furl
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