Mittwoch, 14. April 2004
fotoreportage

Die letzte Woche in New York habe ich an Flatbush Avenue in Brooklyn gewohnt, Ecke Sixth Avenue und Dean Street. Aus dem Fenster blickte ich auf einen Block, den es wohl nicht mehr lange gibt. Bruce Ratner, ein Mann, der sich Developer nennt, und für hoch fliegende Pläne zur Stadtsanierung öffentliche Gelder kassiert, will den New York Nets, einer Basketball-Mannschaft, die derzeit in New Jersey spielt, ein Stadtion bauen. Direkt vor das Haus, in dem ich wohnte, ich konnte aus meinem Fenster direkt in die Zukunft sehen, wenn ich wollte. Die Gegend rund um Atlantic Avenue wird derzeit kaum genutzt, Gleise, die der MTA gehören, also der Gesellschaft, die die U-Bahnen und öffentlichen Vekehrswege New Yorks verwaltet (und die dem Staat New York gehört, nicht der Stadt; d.h. übrigens auch, dass die U-Bahn und die Busse keine Sache der Stadt sind, sondern des Staates, was immer wieder, bei Preiserhöhungen zum Beispiel, für riesigen Ärger sorgt). Die wäre bereit zu verkaufen. Der borough-Bürgermeister wäre bereit, den Block, auf den ich blickte, abreißen zu lassen. Michael Bloomberg hat auch nichts dagegen. Die Bürger wehren sich, vor allem eine Initiative, die "Develop, don't destroy Brooklyn" heißt. Man streitet sich, wieviele Bewohner sich eine neue Bleibe suchen müssten. Ratner, der Developer, hat gleich nebenan schon was gebaut, eine hässliche Mall mit Riesen-Ketten-Läden. Von öffentlichem Geld. Sie rechnet sich nicht, sie wäre schon wieder bankrott ohne die Subventionen. Das hindert ihn nicht. Er will Brooklyn Gutes tun, sagt er - und tatsächlich ist es eine eher öde Gegend. Er will Hochhäuser bauen, neben das Stadion, die Pläne sind längst fertig. Brooklyn soll Manhattan werden. In Red Hook, einer eher abgelegenen Ecke am Ufer des East River, plant Ikea einen riesigen Laden. Die ganze Uferfront soll umgestaltet werden. Der Verkehr, sagen die Leute von "Develop, don't destroy", würde Brookyn zerstören. Der Architekt des Stadions und der Hochhäuser darum herum, das ist wohl die eigentliche Trumpfkarte, ist Frank Gehry.

Das ist der Block, der abgerissen werden soll:

Das ist das Ödland mit der Mall:

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make pop matter

Und wo es bei Kill Bill mal wieder so schön an den Tag kommt: Es gibt wohl auf der ganzen Welt keinen Ernst zu nehmenden Filmkritiker, mit dem ich weniger übereinstimme, den ich für von Grund auf verkehrter und schädlicher halte als Armond White von der New York Press. Sachen wie diese:

Tarantino's obsession with pop culture trivia continues past the point of charm or amusement (the former excuses for his acclaim). He is in proud defiance of enlightenment, seriousness and innovation, the things that make pop matter.

Aufklärung, Ernsthaftigkeit, Innovation. Wofür immer das gut sein sollte: für Pop jedenfalls nicht.

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fiery furnaces

Hier Notizen zu dem Konzert, das ich verpasst habe. Schade.

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Love is a term we use more often than not in speaking of Berlin.

Living in a place without any yuppies at all makes you realize they have some function.
Ein Berlin-New-York-Vergleich, an dem ich vor allem verblüffend finde, wie einem die freie Marktwirtschaft als natürlicher Zustand der Gesellschaft eingebleut sein kann, durch und durch, und sei man Künstler.

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