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Dienstag, 19. März 2002
arno schmidt stiftung
knoerer
09:01h
In der Arno-Schmidt-Mailingliste (was es nicht alles gibt, nicht wahr; von den Mailinglisten, die ich kenne, ist das aber die, in der die Sachgebietskoryphäen so ziemlich am vollständigsten versammelt sind) derzeit heftig diskutiert: die Website der Arno-Schmidt-Stiftung. Eigenwillig ist sie allemal - und am meisten irritiert mich die javascriptgesteuerte Selbstzusammenfaltung der Homepage. Aber ganz clever finde ich's schon. [Auch dem Wortmetz hat sie gefallen] ... Link Montag, 18. März 2002
die welt der usa
knoerer
12:37h
Auf Platz 8 der Nachrichten, die der Columbia Newsblaster unter der Rubrik "World" zusammenfasst (das ist die, die unter USA kommt), gibt's die erste Nachricht, in der es nicht um die USA geht. Muss man das jetzt einfach ganz zynisch unter Realismus verbuchen? ... Link
gremliza
knoerer
10:59h
Kann es sein, dass Hermann L. Gremliza, noch immer einer der großen Meister der deutschen Sprache (eine Meisterschaft, die sich nach wie vor am liebsten im Hass gegen die äußert, die sie sprechen), inzwischen vor allem um sich selbst kreist, in Äußerungen, die, ganz wie die Rudolf Augsteins (man lese mal wieder seinen Dönhoff-Nachruf im Spiegel; wie er völlig unerklärlich von einem Punkt auf den anderen kommt, das macht ihm - aber vielleicht doch zum Glück - keiner nach), für den Außenstehenden schlicht enigmatisch scheinen müssen? "Auf dem KONKRET-Kongreß im Januar hat Jürgen Elsässer mein damaliges Votum plausibel wenn auch falsch genannt, Thomas Ebermann nannte es falsch wenn auch nicht unehrenhaft. Richtig ist das Gegenteil: Was Elsässer und Ebermann damals schrieben (und noch heute darüber denken), war plausibel und - im Unterschied zur antisemitischen Mehrheit der damaligen Friedensfreunde - auch honorig, aber falsch. Der Staat, in den sich die den deutschen Mördern entkommenen Juden gerettet hatten, war in tödlicher Gefahr. Es gibt kein Prinzip, das es Mitgliedern des Kollektivs "die Deutschen" erlaubte, in solcher Lage anderes zu tun, als Israels Partei zu ergreifen." (konkret 3/2002) Hä? Was bedeutet das nun: dass ihn und das konkret-Umfeld die Außenstehenden schlicht nicht mehr interessieren? Oder ist das einfach nur völlig narzisstisch? Mal ganz abgesehen davon, dass ich sein Verbot, auch nur das leiseste Wörtchen der Kritik gegen Israel zu äußern, alle Kritiker dann aber als Antisemiten zu denunzieren, milde gesagt: paranoid finde. ... Link
updike
knoerer
09:35h
Heute feiert, wie beim Perlentaucher-Rundgang nicht zu übersehen, John Updike seinen siebzigsten Geburtstag. Mich hat er immer genauso gelangweilt wie Philip Roth: es gibt da einen Beschreibungsfuror, der das Kleinste an Beobachtbarem nicht auslassen will, dafür an einer Verfeinerung und Mikroskopierung der Beschreibungssprache arbeitet, nie aber seinen Blick in die Sprache selbst hineinlegt, der Neues abzugewinnen wäre. Ein Realismus, dessen Prämisse zu sein scheint, dass die Welt schon da ist, man sie nur so genau wie möglich abbilden muss. Nach spätestens fünf Seiten habe ich mich regelmäßig gefragt: Was soll das Ganze? Unterfüttert ist das meist, aber abhebbar von der beschriebenen Welt, mit philosophischen Fragen, die eigentlich theologische sind. Das interessiert mich schon gar nicht. Aber vielleicht täusche ich mich: ich sollte mal wieder einen neuen Versuch machen, Updike zu lesen. Mehr dann hier. ... Link Sonntag, 17. März 2002
knoerer
19:39h
Ein schöner Sonntag. ... Link Samstag, 16. März 2002
inexistent
knoerer
21:16h
Was haben die Formulierungen: "Gesang aus dem Abseits" miteinander gemeinsam? Das Internet hat sie, nach Googles Auskunft, noch nicht gesehen. Bei Karaokedenken fragt mich Google, ob ich nicht vielleicht nach Karrieredenken gesucht habe. Auch du, Brutus? ... Link
weltabgeschieden
knoerer
14:25h
Nachrichten aus einer fremden Welt, die gewiss die des 19. Jahrhunderts ist, und darum doch nicht weniger anrührend. Es schwankt dies beides zwischen mir sympathischster Weltfremdheit, wie sie so nur noch bei durch die besten Schulen des literarischen Gefühls gegangenen Geisteswissenschaftlern möglich ist, und einer - sei es bewussten - Leugnung der Realitäten, die man sich selbst gerade nicht durchgehen lassen will. Der Germanist Gerhard Neumann - selbst ein sehr angenehmer, bescheidener älterer Herr, von dem man sofort glaubt, dass die beschriebene Sympathetik natürlichste Maxime seines Handelns ist - sieht die letzte Rettung des Zusammenlebens in der Gabe (mit Derrida zu sprechen) der Höflichkeit, die nichts erwartet, die, in einer paradoxen Arithmetik, in ihrem Herausfallen aus allen Erwägungen des rational choice, das letzte verbliebene Humanum wäre. Aber, bei aller Sympathie: klingt das nicht auch nach: Der Punkt, aus dem heraus eine dem Zerfall anheimgegebene Gesellschaft kuriert werden könnte? Muss das große Pathos sein, das direkte Andocken an eine Philosophie der Dekonstruktion (und hier, im Bezug auf Levinas, von ihrer theologischsten Seite), die jeden sozialen, soziologisch zu beschreibenden Zusammenhang aus dem eklatant Kontrafaktischen heraus übersehen oder denunzieren will? Wie gesagt, ich weiß es nicht und es zieht mich für und wider, wenn ich es lese: "Ist es nicht die extreme Unwahrscheinlichkeit sympathetischen Handelns, die hier - ohne jede Hoffnung auf einen herrschaftsfreien Diskurs zwischen Menschen - doch für einen auratischen Augenblick gestisch fühlbar macht, was der Fall sein könnte in einer humanen Gesellschaft? Gesten der Höflichkeit öffnen einen Raum für jene Utopie gegenseitiger Achtung, die eine Sozietät braucht, um zu überleben. Vielleicht sind Gesten der Höflichkeit die einzige Form, wie überhaupt Alterität - ein schöner Begriff von Emmanuel Levinas für das Sich-Einlassen auf den anderen - für einen Moment zwischen Menschen vermittelbar wird. Bringen solche Gesten nicht wie ein Wunder Freundlichkeit zum Vorschein?" Und das hier, als Nachruf auf Gadamer, ist vielleicht eine kitschige Vignette, aber die so beschriebene Weltabgeschiedenheit (die doch gewiss auch viel mit Ignoranz allem Gegenwärtigen gegenüber zu tun hat) rührt erst recht an einen Sehnsuchtspunkt, der vermutlich nur denen vertraut ist, die zu viel frühen Goethe, Tieck oder Eichendorff gelesen haben: "Solange er es konnte, ging er am Lungomare Caracciolo spazieren und ließ sich dabei gern von seinen Schülern begleiten, um über die Griechen zu sprechen. Es schien uns, als kehre mit ihm die Philosophie an ihre Ursprünge zurück, peripatetisch, fragend und brüderlich, als eine Botschaft und Frage von Mensch zu Mensch, während der Klang seiner Worte, seines überaus persönlichen, ebenso unwahrscheinlichen wie verführerischen Italienisch sich in dem Blick und in dem Lächeln verlor, mit dem er das Meer betrachtete." ... Link ... Nächste Seite
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morgigen FAZ: Zum Artikel "Hans Imhoff - Meister über die...
by knoerer (17.02.09, 19:11)
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by knoerer (05.02.09, 07:39)
gottesprogramm "und der Zauber seiner
eleganten Sprache, die noch die vulgärsten Einzelheiten leiblicher Existenz mit...
by knoerer (28.01.09, 11:57)
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