Freitag, 8. März 2002
materialschlacht

Filme wie Ridley Scotts Black Hawk Down sind mir auf eine ganz bestimmte Weise unbegreiflich: diese ungeheure Kluft zwischen Aufwand und Ertrag - da kreisst ein Berg, ach was, da kreissen die ganzen Rocky Mountains und gebären so einen Film, der nichts weiter ist als ein monströs aufgeblasenes Sandkastenspielchen. Ständig denke ich mir, das muss denen doch auffallen, wie albern sie aussehen, wie sie da irgendwo in einer marokkanischen Kleinstadt auf das Kommando eines älteren Herrn aus England durch den Sand robben, und was für albernes Zeug sie da reden. Dass man daran glauben kann. Dass man das dann für Kunst halten kann. Andererseits: eine jede militärische Operation wäre ja, ginge es nicht bitter ernst um Leben und Tod, eine ebenso kindische Angelegenheit.

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rush hour 2

So weit ist es schon: dass ich mir einen Film wie 'Rush Hour 2' ankucke mit dem Gedanken, mal seh'n, was der Jugend von heute so gefällt. War dann aber auch nix anderes als bei der Jugend von gestern, jede Menge schwachbrüstiger Zoten, viel nicht unsympathisch politisch Unkorrektes - etwa, wenn Chris Tucker als Ablenkungsmanöver anfängt, Martin Luther King zu zitieren oder seinen Buddy Jackie Chan beschimpft: Du bist hässlich wie die Dritte Welt. (Das ist nicht komisch? Doch, schon, finde ich.) Das meiste eher harmlos-halbwitzig, jede Menge Schauspieler, die nur des Geldes wegen dabei sind (von John Lone bis Zhang Ziyi), kaum was, das einen ernsthaft empören oder ärgern müsste. Eher mau die Kampfnummern, da war der frühe Hongkong-Jackie-Chan doch etwas ganz anderes; nur dass da der Humor meistens ganz unerträglich war.

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trauerarbeit, die letzte

Ja, liebe Leser und Leserinnen, der Blogger trauert immer noch und da müssen Sie jetzt durch.

Peter Glotz, der vermutlich persönlich widerlich arrogant ist, aber dennoch ein kluger Kopf mit Ansichten, die ich realistisch, aber schrecklich finde, sieht das ganze im Interview mit der FR vorwiegend vom Standpunkte der Marktwirtschaft (dem sich der Verleger Thomas Ganske neun Jahre lang widersetzt hat):

"Herr Glotz, hätte man "Die Woche" retten können?

Ja, sicher, wenn sich ein strategischer Investor gefunden hätte. Das Blatt war vorzüglich. Was ihm fehlte, war genügend Geld, um sich zu bewegen, um Marketing zu machen, um an die Leute heranzukommen. Leider ist diese Suche nach einem strategischen Investor missglückt. Zum Schluss hatte man die WAZ im Auge, aber das ist gescheitert."

Jan Feddersen von der taz fand die Woche nicht aufregend:

"Die Woche war eine Déjà-vu-Zeitung: Irgendwie hatte man das Gefühl, es woanders schon mal gelesen zu haben - wenn auch nicht so gründlich. Der Erregungsfaktor, kurzum, tendierte gegen null - im Mediengeschäft ein tödlicher Befund."

Aber ist das denn, im Ernst, ein Argument gegen die Zeitung, wiederum mal nicht marktstrategisch gefragt? Oder sollte man sie nicht genau dafür, für ihre (gewiss nicht immer durchgehaltene) Unaufgeregtheit, ihre Seriosität mindestens schätzen gekonnt haben?

Und Roger de Weck in der SZ:

"Die Woche -Redaktion wusste es auch, denn auf einzelne gouvernementale Exzesse folgten heftige antigouvernementale Gegenschläge, so dass man vollends die Orientierung verlor und gleichwohl zufrieden war. Denn da folgte die Woche einem alten Leitsatz: Let’s surprise them, lasst uns die Leser überraschen!"

Die Woche hätte eine bessere Chance gehabt, wenn sie sich als Zeitschrift neuen Typs verstanden hätte. Das moderne, preisgekrönte Layout konnte den Startnachteil nicht wettmachen. Jetzt ist sie nicht am Ziel, sondern am Ende. Schade.

Und damit ist jetzt auch gut...

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